Biografie von Pfarrer
Münch, Karl Bernhard

Geb. 6.10.1919 in Villingen, ord. 25.3.1949; Vikar in Mannheim-Friedrichsfeld 27.41949, in Weinheim, St. Laurentius 4.9. 1950; Cooperator am Münster U. L. Frau in Freiburg am 14.5. 1952; Pfrvw. in Gurt-weil 3. 10. 1956, Rektor am Mädchenheim St.Elisabeth daselbst 1. 11. 1956; investiert 31. 8 .1958; Pfarrer in Schwetzingen, St.Pankratius 30. 8. 1962, in Mannheim, St.Ignatius und Franz Xaver 18. 12. 1974; pensioniert 1.5.1984, zugleich Subsidiar in Gengenbach; gest. in Gengenbach 3.9. 1992, beerd. daselbst 10.9. 1992.

Karl Münch wurde am 6. Oktober 1919 als Sohn des Kaufmanns Max Münch und seiner Frau Paula geb. Schiller in Villingen geboren. Geprägt durch ein christliches Elternhaus besuchte er nach der Volksschule das dortige Gymnasium und legte 1938 an derselben Schule die Reifeprüfung ab.

Seine musische Begabung wurde in seiner Familie gefördert; schon früh spielte er Klavier, ab dem 13. Lebensjahr erhielt er Orgelunterricht. Er trat sehr früh dem Bund Neudeutschland bei und blieb mit Freude und Engagement bis zu dessen Auflösung der Gruppe treu, die ihn wohl sehr geprägt hat.

Nach seinem eigenen Bekunden hat Pfarrer Münch schon seit früher Jugend den Wunsch verspürt, Priester zu werden. So begann er nach dem Abitur im Herbst 1938 mit dem Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Freiburg; er wurde jedoch bereits im Januar 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Als Sanitäter in vorderster Front war er mit der Sinnlosigkeit des Krieges besonders konfrontiert; er wurde selbst verwundet und geriet am Ende des Krieges in amerikanische und englische Gefangenschaft, aus der er bereits im September 1945 entlassen wurde. Nach dem Ausheilen seiner Kriegsverletzungen setzte er 1946 das Studium fort und konnte nach der theol. Abschlußprüfung 1948 in das Priesterseminar St. Peter eintreten. In der Seminarkirche zu St. Peter wurde er am 25. März 1949 durch Erzbischof Wendelin Rauch zum Priester geweiht. An seinen Vikarsstellen fand er rasch Zugang zu den Menschen; in ihren vielerlei Nöten gewann er rasch ihr Vertrauen und die Zuneigung der Gemeinde. Sein besonderes Engagement galt selbstverständlich der Jugendarbeit, sowohl im schulischen Bereich wie auch in den anderen Bereichen der Seelsorge. Als Cooperator in der Münsterpfarrei zu Freiburg war er zugleich Dekanatsjugendseelsorger. Mit seiner musischen Begabung verband sich ein guter Sinn für die Erneuerung der Liturgie, die in seinen Vikarsjahren einsetzte. Zum Pfarrverweser in Gurtweil bestellt, wurde er auch bald als Rektor mit der Seelsorge am dortigen Mädchenheim St. Elisabeth beauftragt. Mit großer Hingabe nahm er die Seelsorge in der Pfarrei wie auch im Mädchenheim wahr; zugleich übernahm er dort den Dienst als Dekanatsmännerseelsorger.

Nach fast sechsjähriger Tätigkeit in Gurtweil wechselte Pfarrer Münch in die große Pfarrei St. Pankratius zu Schwetzingen. Wie viele seiner Mitbrüder hat er wohl sehnsüchtig das Vaticanum II herbeigesehnt, um dann mit Entschlossenheit und Freude die Impulse des Konzils in die Gemeinde umzusetzen; Pfarrer Münch sorgte sich mit unermüdlichem Eifer um den inneren Aufbau der Gemeinde in lebendigen Gruppen und Vereinen; neue Impulse gab er für die Betreuung der Kranken in der Gemeinde und im Krankenhaus durch die Gewinnung ehrenamtlicher Kräfte; das alles zeigt, daß ihm, wie sehr er auch besonderen Wert auf die würdige Feier der Gottesdienste legte, die drei Grunddienste — Gottesdienst, Verkündigung und Diakonie — gleichwertig waren und er stets bemüht war, sie nicht auszuspielen, sondern miteinander zu verbinden. In diesem Sinn förderte er auch das ökumenische Gespräch. Pfarrer Münch sorgte sich im gleichen Maße auch um die äußeren Belange: wie er schon in Gurtweil eine Orgel und zwei Glocken angeschafft hatte, so mühte er sich um die Renovation der Pfarrkirche, um ein neues Geläute, eine neue Orgel; er baute einen neuen Kindergarten und sorgte sich um den Umbau des Gemeindehauses: dies alles, um Voraussetzungen für ein gelingendes Gemeindeleben zu schaffen. Als hervorragender Organist galt seine große Liebe der Musik und im besonderen der Kirchenmusik wie überhaupt dem Kunstschaffen; er war Mitbegründer der Mozartgesellschaft und gab viele Impulse in die Gesellschaft hinein. Für all dieses Schaffen ehrte ihn Erzbischof Hermann Schäufele mit dem Titel Geistlicher Rat ad honorem am 25. März 1974.

Im Jahre 1974 wechselte Pfarrer Münch nochmals die Gemeinde und wurde Pfarrer in Mannheim St.Ignatius und Franz Xaver. Trotz gesundheitlicher Einschränkungen versah er noch zehn Jahre lang seinen Dienst in gewohntem Einsatz. Äußere Zeichen hierfür sind die Ergänzung des Geläutes wie auch die Außenrenovation der Pfarrkirche und des Pfarrhauses. Eine schwere Krankheit zwang ihn schließlich zur Aufgabe seines pastoralen Dienstes in Mannheim zum 1. Mai 1984. Seither lebte er in Gengenbach und half nach Kräften in der Seelsorge mit.

Mit Pfarrer Münch starb ein Seelsorger aus Leidenschaft, der es verstand Gottesdienst mit Diakonie und Verkündigung in Einklang zu bringen. Sein Denken, Reden und Tun war hingeordnet auf die Feier der Eucharistie, aus der er selbst immer wieder Kraft schöpfte, um seinen Dienst vor Gott und an den Menschen erfüllen zu können.

 

Quelle: "Freiburger Diözesan-Archiv 1996 Band116

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