Die Tabakpfeife schmeckt ihm noch ausgezeichnet

Landwirt Martin Jehle vollendet am Dienstag sein 80. Lebensjahr

Jehle Martin aus GurtweilGurtweil tn. Am Dienstag. 12. November, vollendet Landwirt Martin Jehle sein 80. Lebensjahr. Als Sproß einer kinderreichen Familie erblickte er 1883 in Gurtweil das Licht der Welt. Seiner Ehe, die er im Jahre 1912 mit Frieda Albrecht aus Detzeln schloß entsprossen fünf Söhne und drei Töchter. Schweres Leid blieb dem Jubilar in seinem arbeitsreichen Leben nicht erspart, denn zwei seiner Söhne kehrten aus dem zweiten Weltkrieg nicht mehr zurück und seine Ehefrau starb bereits 1947. Er selbst war Kriegsteilnehmer im Weltkrieg 1914/18.
Ein Sohn und zwei Töchter traten in den Salvatorianer-Orden ein. Ein großer Tag war für den Jubilar die Priesterweihe und dann die Primizfeier seines Sohnes. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt, er bewirtschaftete die elterliche Landwirtschaft, versah er 20 Jahre den Totengräberdienst und war als Gemeindewegewart tätig. Neun Jahre gehörte er dem Gemeinderat an, aus dem er nach 1933 aus politischen Gründen ausscheiden mußte. Lange Zeit war Martin Jehle Mitglied des katholischen Stiftungsrates.
Der Jubilar erfreut sich einer guten körperlichen und geistigen Verfassung und nimmt am Geschehen seines Heimatdorfes, aber auch dem der weiten Welt regen Anteil. Sein Tag ist ausgefüllt mit dem täglichen Besuch des Gottesdienstes und unermüdlicher Arbeit. Bei der Lektüre der Tageszeitung schmeckt ihm die Tabakspfeife noch ausgezeichnet. Als beweis seiner Rüstigkeit, aber auch seiner Sparsamkeit, kann die Tatsache bewertet werden, daß sich der Jubilar noch selbst mit dem Rasiermesser, das er seit seinem 18. Lebensjahre besitzt und auch während des Weltkrieges bei sich hatte, rasiert. Dem Jubilar die besten Glückwünsche zum Geburtstag.

Quelle: Aus dem Südkurier vom 9. Novenber 1963

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